Kurz-'Kurs' zur Astrologie


Hinter dieser ‚einfachen‘ Zusammenstellung für astrologische Laien stehen 25 Jahre Bücher wälzen, Horoskope errechnen, interpretieren, diskutieren und ‚sich durchfinden‘. Insofern ist dies mein geistiges Eigentum und ich bitte darum, es Interessierten nur komplett und unverändert weiterzugeben samt meiner Adresse für Anfragen. Danke!

Astronomisch gesehen ist die Sonne, die im Horoskop aufgezeichnet ist, Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Um sie kreisen die Planeten Merkur und Venus, dann kommt unsere Erde samt unserem Mond und in weiteren Umlaufbahnen Mars, Jupiter und Saturn. Hier endete das alte astronomische und astrologische Weltbild. Erst 1781 wurde mit Hilfe eines Teleskops Uranus entdeckt, 1846 Neptun, 1930 Pluto, 1977 Chiron. Interessant ist, daß die Energie dieser Himmelskörper zu den weltbewegenden Ereignissen (z.B. Revolutionen) der jeweiligen Zeit passt! Dass Pluto nun offiziell kein Planet mehr ist, lässt hoffen, dass Kriege bald der Vergangenheit angehören und dass es unserem Bewusstsein gelingt, zum LICHT der Erkenntnis durchzudringen.

Der im Horoskop eingezeichnete Mond ist natürlich der Mond, der um die Erde kreist und der aufgrund seiner Nähe großen Einfluß auf uns hat (u.a. Ebbe und Flut), während die Erde selbst nicht eingezeichnet wird, da sie der Standort ist, von dem aus der Himmel betrachtet wird.

Ein Geburtshoroskop (= Radix) ist also die Abbildung unserer Sonne, unseres Mondes und der Planeten wie sie im Augenblick der Geburt vom Geburtsort aus zu sehen sind - und zwar im Tierkreis, d.h. vor dem Hintergrund der weiter entfernten Sternbilder wie Krebs, Löwe etc.

Der Pfeil, der in der Horoskopzeichnung nach links zeigt, ist der so genannte Aszendent und markiert das Tierkreiszeichen (Sternbild), das im Augenblick der Geburt am östlichen Horizont aufging. Daher ist die genaue Geburtszeit so wesentlich, denn beginnend mit dem Aszendenten wird das Horoskop in 12 ‚Häuser’ unterteilt, die die einzelnen Lebensbereiche zeigen.

Die Linie zwischen Aszendent (von ‚Aufsteigen‘, kurz AC = Spitze von Haus I) und Deszendent (‚Absteigen‘, DC = Spitze von Haus VII) zeigt sozusagen den Horizont. Die Gestirne unterhalb dieser Linie waren im Augenblick der Geburt nicht am tatsächlichen Himmel zu sehen.

Die Häuser I bis VII zeigen daher auch das persönliche und ‚Innenleben’ und die Ursprünge an, während die Häuser VII bis XII das Leben ‚nach außen’ beschreiben.

Man kann die 12 Häuser auch in 4 Quadranten einteilen. Die Eckhäuser an deren Spitze sind besonders wichtig: Haus I (Ich) und Haus VII (Du) sowie Haus IV (Imum Coeli = ‚Herkunft, Mitgift’) und Haus X (Medium Coeli = was man daraus macht & nach außen bringt). Einander gegenüberliegende Häuser bzw. Tierkreiszeichen stellen immer entgegengesetzte und einander ergänzende Prinzipien dar.
Die Gestirne selbst stehen für bestimmte Grund-‚Talente’, die im Prinzip jeder Mensch hat. Wer den griechisch-römischen Götterhimmel kennt, tut sich mit der Deutung der Sterne besonders leicht. Diese Götter standen und stehen also symbolisch für das Göttliche in uns selbst.
Welche Energiequalität die Talente und Lebensbereiche beim einzelnen Menschen besitzen, das kann man am Tierkreiszeichen erkennen.

Beispiel: Der Planet Mars hat seinen Namen vom römischen Kriegsgott und wie dieser hat jeder Mensch eine gewisses Angriffslust, wenn er gereizt wird. Steht nun der Mars in einem Feuerzeichen, dann lodert dieser Mensch hell auf wie ein Buschbrand; steht der Mars in einem Wasserzeichen, dann ähnelt sein Angriff einem Tsunami; ein Luft-Mars verursacht Tornados und bei einem Erd-Mars hat man das Gefühl, eine Lawine losgetreten oder ein Erdbeben verursacht zu haben.

Für die Deutung muß man sich im Prinzip nur 12 Qualitäten merken, denn die 12 Häuser, ‚Planeten‘ und Tierkreiszeichen haben jeweils ähnliche Energien. Haus I entspricht dem Mars (Neubeginn) und dem Widder (Frühling), Haus II der Venus und dem Stier, Haus III dem Merkur und dem Zwilling u.s.w. Wenn also z.B. ein Gestirn in dem Tierkreiszeichen und in dem Haus steht, zu denen es ‚gehört‘, ist seine Wirkung logischerweise besonders konzentriert (‚Herrscher‘). Steht der Planet in dem Haus, das ‚seinem‘ gegenüberliegt, ‚schwächelt‘ er eher.

Um Verwirrungen vorzubeugen: Venus und Merkur kommen aufgrund des alten Weltbildes doppelt vor: Venus im Stier (Haus II) und in der Waage (Haus VII) und Merkur im Zwilling (Haus III) und in der Jungfrau (Haus IV). Haus VIII verdoppelte früher den Mars aus Haus I, wurde aber dann durch den inzwischen entdeckten Pluto ersetzt. Heute ordnet man Chiron, den verletzten Heiler, auch dem Tierkreiszeichen Jungfrau zu und die Isis der Waage, aber es gibt leider noch nicht viel Lektüre darüber.

Einen weiteren Einfluss darauf, wie die Talente wirken, haben die Beziehungen der Planeten zueinander, was man an den Winkeln zwischen ihnen ablesen kann. In der Fachsprache heißen diese ‚Aspekte’. Hier die wichtigsten:

Das Trigon (120°) wird als beste Winkelbeziehung interpretiert; auch das Sextil (60°) schafft harmonische Beziehungen zwischen 2 Planeten. Die Opposition (180°, also gegenüber) wird manchmal zu Unrecht zum ‚bösen Buben‘ gemacht, denn zwei Kinder können auf einer Wippe einen Riesen-Spaß haben, wenn die Kräfte ausgewogen sind. Das sind immer Gegensätze, die aufeinanderprallen, aber auch ausgleichende Wirkung haben. Das Quadrat (90°) zeigt Ecken und Kanten, aber dadurch werden die Dinge oft auch erst deutlich. Ein Mensch mit viel Quadraten im Geburtshoroskop kann interessanter sein und ein spannenderes Leben führen also einer mit lauter ‚positiven‘ Aspekten. Schließlich gibt es noch die Konjunktion, wenn zwei Planeten nebeneinander stehen. Wie eine solche sich auswirkt, hängt sehr von den betreffenden Planeten ab. Stellien sind regelrechte Planetenansammlungen und ein Spezialgebiet.

Es sollte endlich eine Abteilung für Haarspalterei eingerichtet werden, die sich damit befasst, bei wie viel Grad Unterschied ein Aspekt noch gilt. Manche AstrologInnen sind mit 1° ganz streng, andere sagen, wenn die Sonne beteiligt ist, dann gelten bis 10°. Ich persönlich neige eher zu den Strengen, aber erwähne es auch, wenn mir gegensätzlichen Kräfte ins Auge springen, auch wenn es „nur“ das gegenüberliegende Zeichen ist, aber kein rechnerischer Aspekt. Und warte auf die Rückmeldung.

Wer sich an die Deutung der momentanen himmlischen Einflüsse heranwagen will, der vergleicht das Geburtshoroskop mit dem ‚laufenden‘ Gestirns-Stand und kann so bestimmte Tendenzen ‚vorhersagen‘. Um dabei dann auch noch die Dynamik erkennen zu können, nützt das Wissen, welche Umlaufzeiten die einzelnen Planeten haben. Meist werden ohnehin nur die langsam laufenden Planeten in Bezug zum Geburtshoroskop angeschaut. Ansonsten kann man sich auch tot-deuten. Wo Planeten wann stehen, sieht man übrigens in den so genannten Ephemeriden (Gestirnstandstabellen). Zur aktuellen Deutung gehört der Begriff ‚Transit‘ = ein Planet läuft über einen anderen (oder auch den gleichen) bzw. durch ein Haus im Geburtshoroskop. Gute AstrologInnen können hilfreiche Hinweise geben, welche Art Vorhaben in dieser Zeit besonders gut gelingen könnten, wo eher Rückschläge oder Hindernisse zu erwarten sind und wie lange man bis zum nächsten Versuch warten sollte, um nicht unnötig Ressourcen zu verschwenden. Wie diese Energien letztlich genutzt werden, das ‚Schicksal’ gelebt wird, ist IMMER die WAHL des Menschen. Vor allem auch, welche EINSTELLUNG man hat und wie man mit Stressoren umgeht.

Hier kann der/die Ratsuchende natürlich auch erkennen, ob seriös beraten wird, denn wenn einem das genaue Sterbedatum mit darauf folgendem Lottogewinn vorhergesagt wird, sollten diese Wünsche von ganzem Herzen zurückgegeben werden.

Bei einem Horoskop sollte es nie um eine Wertung nach ‚gut‘ und ‚schlecht‘ gehen, sondern um ein Verstehen der Möglichkeiten, der Chancen, die ein Mensch hat und um eine Hilfestellung, wie man/frau seinen/ihren Lebensweg findet und die momentan vorhandene Einflüsse durch die Gestirne nutzt. Beispiel: Ein laufender Saturn, der über die Sonne im Geburtshoroskop wandert, muss nicht unbedingt eine Einschränkung durch chronische Krankheit bedeuten, sondern kann DIE Gelegenheit sein, sich zurückzuziehen und seine Lebensenergie zu ordnen, Struktur zu finden, sich abzugrenzen u.s.w.

Zu präzise Zukunftsdeutung ist unseriös und gefährlich, denn durch zu konkrete Aussagen wird ein Mensch in seiner freien Wahl eingeschränkt und - je nach Beeinflussbarkeit und Vertrauen - ‚programmiert‘, so dass er unbewusst auf das ‚hinarbeitet‘, was ihm da gesagt wurde. Damit trägt der Astrologe / die Astrologin mit Verantwortung Mit-Ver-SCHULD-en. Ob er/sie allerdings dann die Rechnung übernimmt = die Konsequenzen trägt, ist zu bezweifeln ...

DIE GESTIRNE, TIERKREISZEICHEN UND HÄUSER EINZELN:

Die Sonne gilt als ‚Lebenslicht‘ und hat eine schöpferische ‚väterliche‘ Qualität. Der Mond steht für das Seelenleben, die Herkunft und ‚mütterliche‘ Qualitäten. In der alten Astrologie standen sie in der Mitte, der Mond im Krebs, die Sonne im Löwen, links und rechts kamen dann je Merkur, Venus und Mars.

Die Sonne, das Zentralgestirn, steht für die kreativen, von sich aus leuchtenden und Wärme spendenden Kräfte, auf der körperlichen Ebene für das Herz und u.a. auch für das eigene Talent als Vater (auch bei Frauen!). Häufig nehmen Menschen ihren Vater so wahr wie die Sonne in ihrem Horoskop ‚steht‘ (das kann bei Geschwistern durchaus unterschiedlich sein!) oder eine Frau wünscht sich einen solchen Vater für ihre Kinder. Ähnliches gilt für den Mond, was die annehmenden, widerspiegelnden und mütterlichen, nährenden Qualitäten betrifft.

Die Sonne hat einen so großen Einfluß auf unser Leben (praktisch wäre ein Leben ohne Sonne ja auch gar nicht möglich), daß sogar Astrologie-Muffel wissen „Ich bin ... Löwe / Krebs / Jungfrau ...usw ...“, was nichts anderes bedeutet, als daß die Sonne im Augenblick der Geburt in diesem Tierkreiszeichen stand. Und nachdem die Erde ein Jahr um die Sonne ‚braucht‘, ist das Datum jedes Jahr etwa gleich.

Der Sonne entspricht das Tierkreiszeichen Löwe (Ende Juli bis Ende August = Sommerferien, da ist sie ja deutlichst zu spüren) und zum Haus V, das u.a. Auskunft gibt über die schöpferische Lebenskraft und leibliche Kinder. Man stelle sich nur einen Löwen-Pascha in Afrika vor, eine verspielte Katze, die dennoch gehörigen Respekt genießt - das runde Gesicht mit Mähne gleicht sowieso der Sonne - logisch: Die Sonne im Horoskop zeigt uns also den Löwen in uns und unsere Kreativität.

Der Mond, der in einer Ellipse um die Erde kreist und uns das Licht der Sonne widerspiegelt, ‚gehört‘ zum Tierkreiszeichen Krebs und zum IV. Haus, das Auskunft gibt über die Mutter, die eigenen mütterlichen Qualitäten, über die Herkunftsfamilie, das Heim / die Heimat - kurz wo man zu Hause ist und wo man sich zu Hause fühlt. Auch die unterbewußte / Gefühlswelt ist mit diesem Gestirn / Tierkreiszeichen / Haus verbunden und - wie man sich(`s) einrichtet.

Astronomisch ist ‚Neumond‘, wenn er zwischen Sonne und Erde steht. Das ist logischerweise dann der Fall, wenn der Mond von der Erde aus gesehen im gleichen Zeichen steht wie die Sonne. Bei Vollmond steht der Mond in dem Zeichen, das dem augenblicklichen Sonnenstand gegenüber liegt - astrologisch, oder? ?

Der Mars steht wie der Kriegsgott für den Angriff, also wie man neue Dinge anfängt, für die Angriffslust und für das männliche Prinzip (auch bei Frauen). Sein Tierkreiszeichen ist der Widder und passenderweise für allen Anfang das I. Haus (früher stand er auch für Haus VIII und Skorpion, hat aber nun dem Pluto Platz gemacht). Mit dem Widder beginnt auch der Tierkreis bei 0° im Frühling am 21. März.

Die Venus als Göttin der Schönheit steht als Morgen- und Abendstern für zwei Prinzipien: Im Haus II und im Tierkreiszeichen Stier steht sie für unsere Körperlichkeit, unseren Schönheitssinn, körperliche Anziehungskraft, auch unsere finanziellen Mittel (auch wie sie zu beschaffen sind) & den Umgang damit und im Haus VII und in der Waage für die schönen Künste, Diplomatie, Ausgewogenheit im übertragenen Sinne - insbesondere in Partnerschaften.

Der Götterbote mit den geflügelten Schuhen, Hermes oder Merkur, der der Sonne am nächsten steht, hat(te) ebenfalls zwei Häuser und Tierkreiszeichen: Im Haus III, das dem Zwilling entspricht, kommt seine kommunikative Seite voll zum Tragen. Dieses Haus zeigt u.a. die Beziehungen zu Geschwistern und Nachbarn sowie kürzere Reisen. Bei Merkur, dem Gott der Kaufleute und der Diebe, geht es immer um Informations- oder Geldfluß - auch in der Jungfrau und im Haus VI, das in der klassischen Astrolgie das Haus der ‚Krankheit‘ genannt wurde. Eigentlich ist es jedoch der Lebensbereich der ‚Gesundheitsfürsorge‘, der Planung, der Organisation, der täglichen Routine und Ordnung. Und wer ‚aufgeräumt ist‘ (und hat), wird selten(er) krank ... Er muss auch nicht suchen (Sucht wird dem Neptun, Haus XII und den Fischen zugeordnet).

Und schon kommen wir zum Gott der Unterwelt, Pluto, dem Skorpion und dem Haus VIII. Hier geht es ums Loslassen, Sterben, aber auch um Reichtum (nur wer wirklich loslassen kann, kann auch wirklich reich werden ... und ... Sterben macht Erben ....), um Orgasmus, tiefe Gefühle, Leidenschaft, Macht und Ohnmacht. Der Höllenhund beißt zu, wenn die gegenüberliegende Venus im Stier (II) genuß- und habsüchtig wird ...

Dem finst’ren Höllenfürsten folgt der großzügige Göttervater Jupiter, dem Haus IX und das Tierkreiszeichen Schütze unterstehen. Kein anderer verkörpert so wie er das Prinzip der Ausdehnung (sein Planet ist auch der größte von allen) - er liebte bekanntlich weite Reisen, auf denen er die hübschesten Frauen jagte und demzufolge steht das IX. Haus traditionsgemäß für Religion, Politik und Sport.

Eine andere Art Göttervater war Saturn (auch Chronos - der Gott der Zeit), der strenge Urvater, der uns Grenzen stetzt und unser Lehrmeister ist. Besonders beim entsprechenden Körperbereich, nämlich Haut und Knochen, sieht man das Gute dran, denn ohne die Haut als Grenze könnten wir kaum existieren und was wären wir für ein Häuflein Elend ohne Knochen! Dennoch liegt es auch in unserer Natur, an und über unsere Grenzen zu gehen, um sie wahrzunehmen und dann ‚bekommen wir‘ vom vermeintlich ‚bösen‘ Saturn ‚eins auf den Deckel‘ - oder - werden für unser Durchhaltevermögen belohnt. Das X. Haus und der Steinbock passen also sehr gut für den Begriff Karriere, Beruf, Berufung, was man sich er-arbeitet, unsere Position und unser Wirken in der Öffentlichkeit, in der Gemeinschaft, zu der wir gehören.

Haus XI ist dem Gott Uranus zugeschrieben, der vieles neu gestaltete. Wassermänner und -frauen sind bekanntermaßen gerne unabhängig und wollen ‚alles anders machen‘. Sie sind die besten Freunde, weil sie einem Freund auch einen guten Rat geben können, der für sie selbst gar nicht so vorteilhaft ist und sie lieben es, Regeln zu verändern. Im XI. Haus sieht man also unter anderem, welche Freunde man anzieht und was für ein Freund man selber ist, am Uranus u.a. auch die Art und Weise, wie man festgefahrene Karren auf ungewöhnliche Weise wieder in Gang bringen kann.

Neptun, der Herr der Meere öffnet im Haus XII den Fischen alle Grenzen. Hier löst sich alles auf und viele behaupten, ‚Fische‘ seien einfach nicht zu fassen. Neptun kann ganz ordentlich Nebel machen und ausufern. Das kann grenzenlose Nächstenliebe bedeuten (Jesus), aber auch im Suff enden (Clochard). Bei Sucht-Tendenzen schaue ich mir immer diese Ecke an, denn das Wort ‚Sucht‘ hat was mit ‚Suche‘ zu tun und hier kann klar werden, was gefunden werden soll. Die klassische Astrologie nennt bei Haus XII - ‚geschlossene Anstalten‘, was sich für mich übersetzt in: Wer Planeten in diesem Haus hat, tut sich leichter, wenn deren Qualitäten für eine Institution oder Organisation einbringt, die feste Regeln und eine gute Hierarchie bietet, sonst findet er nicht das rechte Maß. Auch an anderer Leute Aussagen über Neptun stelle ich fest, dass man dazu neigt, ‚uferlos‘ über ihn zu faseln, ohne was Greifbares zu liefern ... Übrigens, wenn von meinen Klienten jemand seine Geburtszeit nicht genau wusste, war es fast immer der Neptun, der zwischen zwei Häusern ‚wanderte‘ und sich nicht festlegen ließ ... Alles klar?


Anwendung des Sonnen- und Mondstandes im praktischen Leben:

Mittlerweile gibt es jede Menge Mondkalender und Mondbücher, die die Energiequalitäten des Tierkreiszeichens, in dem der Mond gerade steht, auf alle Lebensbereiche anwenden. Leider taugen diejenigen ohne genaue Zeitangabe des Zeichnüberganges wenig, denn die Energie wechselt genau um xx:xx Uhr und nicht um Mitternacht! (schön & gut: www.lutzis-mondkalender.de) Ich gieße meine Pflanzen nur, wenn der Mond in einem Wasser- oder Erdzeichen steht (Düngen an letzteren), lüfte, backe und bügle bei Feuer- und Luftmond und mache damit beste Erfahrungen.

Der zunehmende Mond stimmt uns auf Aufnahme und Wachstum ein, das im Vollmond gipfelt, wo manchen die Energie sogar zu viel wird; abnehmender Mond macht abgabebereit und bei Operationen im Neumond fließt am wenigsten Blut. Der Mond kann zwar immerhin die Weltmeere mehrere Meter heben und senken, aber die Sonne heizt ‚uns’ auf und ohne sie gäbe es kein Leben hienieden. Also berücksichtige ich auch den Sonnenstand, z.B. durch Feiern der keltischen Jahreszeitenfeste. ?

Die Erfahrung hat mir bestätigt, dass Operationen tatsächlich möglichst nicht an dem Tag durchgeführt werden sollen, an dem der Mond / die Sonne in dem Tierkreiszeichen steht, das Bezug zu dem betreffenden Körperteil hat. Die Zuordnung geht einfach von oben nach unten: Der Kopf ‚gehört‘ zum Widder und die Füße zu den Fischen als letztes Zeichen. Zwischendrin ein paar Besonderheiten:


Astro-Laien staunen, daß Wassermann ein Luftzeichen ist, aber er ist ja kein Wassertier, sondern der Wasserverkäufer im Orient, der Handel treibt - und das ist das Luft-Element

* Mond um die Erde - die Planetenumlaufzeiten beziehen sich natürlich auf die Sonne

Ein weiteres Hilfsmittel zum Interpretieren der verschiedenen Energien der Tierkreiszeichen und Häuser sind die sogenannten Kreuze:
Das kardinale Kreuz: Widder I, Krebs IV, Waage VII und Steinbock X
Das fixe Kreuz: Stier II, Löwe V, Skorpion VIII, Wassermann XI
Das veränderliche Kreuz: Zwilling III, Jungfrau IV, Schütze IX Fische XII

Anhand der Erdzeichen will ich beispielhaft erklären, wie man diese Prinzipien logisch zusammenbauen kann: Steinbock ist das kardinale Erdzeichen und erinnert an das Gebirge, in dem dieses Tier gerne herumkraxelt. Das X. Haus, das Karrierehaus, ist eins der vier wichtigen (und damit ‚kardinalen’) Eckhäuser und der berufliche Lebensweg erinnert meist durchaus an einen zu erklimmenden Berg. Berge sind übrigens in der chinesischen Philosophie aufgrund ihrer Masse und Stabilität die beste Rückendeckung.
Stier ist das fixe Erdzeichen und symbolisiert den festen Erdboden unter unseren Füßen, in dem frau die wunderschönsten Blumen (Venus) und schmackhaftesten Getreide und Gemüse wachsen lassen kann. Nahrung ist nicht nur Genuss, sie stabilisiert uns auch - nicht umsonst packen Reisende so gerne ihre mitgebrachte Brotzeit aus ... Jungfrau ist die veränderliche Erde - der Treibsand, in dem man versackt, wenn man nichts zum Festhalten findet. Jungfrau-betonte Menschen suchen daher häufig in der Ordnung (z.B. Regalsysteme, Typologien ?) Halt.

Analog kann man die Kreuze auf Feuer-, Wasser- und Luftzeichen anwenden. Hier beginnt der ‚Spaß an der Freud‘, am Kombinieren.

Außer den relativ neu entdeckten Planeten Chiron Chiron und der Isis Isis sind zwei weitere ‚Punkte‘ moderner Horoskop-Ausdrucke zu erwähnen, die keine Gestirne darstellen:

Die beiden Mondknoten Mondknoten sind errechnete Schnittpunkte von Mondbahnen. Wer das astronomisch wissen ‚muß‘, findet leicht entsprechende Lektüre. Astrologisch haben die Mondknoten mit der seelischen Entwicklungsrichtung zu tun. Der südliche Mondknoten (der meist kleiner oder gar nicht eingezeichnet wird) zeigt das Tierkreiszeichen und Haus, aus dem ‚man kommt‘, was man früh(er) (in der Urspungsfamilie / verganenen Leben) (kennen-)gelernt hat und der nördliche Mondknoten zeigt Lebensbereich und -Qualität, die es zu erreichen gilt.

Der Mond kreist in einer Ellipse um die Erde. Diese ist der eine Mittelpunkt der elliptischen Bahn; der zweite (errechnete) Mittelpunkt wird ‚Schwarzmond‘ oder Lilith Lilith genannt. Moderne AstrologInnen interpretieren sie meist als die starke Göttin, die ihren eigenen Weg geht. Sie war nämlich die erste Frau Adams (jawoll, VOR Eva!), die sich weigerte, sich ihm (u.a. beim Geschlechtsverkehr) zu unterwerfen (sie wollte auch Spaß!) und dafür in die Wüste zum Teufel geschickt wurde. Hier sieht man also im Hor(r)o(r)skop, was diesen Menschen stärker macht, wenn es ihn schon nicht umbringt, … so lehrt sie uns schließlich den astrologischen HUMOR und echte Lebensfreude, wenn es uns gelingt, unsere Außenseiter-Position zu integrieren.



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