T R A N C E
zählt zu den so genannten ‚veränderten Bewußtseinszuständen’ (also abweichend vom normalen Wachzustand), von denen es viele verschiedene Formen gibt:
Schlafen und Träumen sind allen vertraut - und sicher auch so ein gewisses Dösen, wo Bilder und Ideen aus dem Unterbewußtsein auftauchen, wo wir so entspannt sind, daß uns Geistesblitze treffen und tief bewegen können.
Über dieses Dösen oder Tagträumen hat Ernest L. Rossi, ein Schüler des berühmten amerikanischen Hypnosetherapeuten Milton H. Erickson, herausgefunden, daß alle Menschen automatisch etwa alle 90 bis 120 Minuten eine Regenerationsphase von wenigen Sekunden bis zu 20 Minuten Dauer durchmachen, in denen man ‚vor sich hinträumt’, während das System sich sozusagen ‚durchspült’. Es ist wesentlich für die Gesundheit, sich diese Aus-Zeit (Jawohl! Aus-der-Zeit!) auch vollständig zu gönnen - der Körper meldet dann von selber, wenn er wieder fit ist. Genau in dieser Zeit ist man übrigens besonders empfänglich für hypnotische *Induktion.
(*Das ist der Fachbegriff für ‚einen veränderten Bewußtseinszustand herbeiführen’.) Auch spirituelle Medien gehen in einen solchen Zustand, um Kontakt mit dem Jenseits herzustellen und HypnosetherapeutInnen wecken so Selbstheilungskräfte.
Trance gehört astrologisch gesehen zum Reich des Neptun, dem Gott der Meere, denn bei der Trance werden die Grenzen zwischen dem Dies- und dem Jenseits aufgehoben, sodaß Energie und Bewusstsein zwischen beiden Welten fließen können. Neptun kann aber auch ganz schön Nebel machen und das ist wohl der Grund, warum sich selbst Wissenschaftler hier oft unklar ausdrücken und viele Menschen die unterschiedlichsten Ahnungen haben, sich aber nicht alleine in den Nebel wagen, um den Schleier zwischen dieser und den anderen Welten zu lüften.
Die Ethnologin Felicitas D. Goodmann, hat Trance erforscht und es geschafft, dem Ganzen Methode und klaren Ausdruck zu geben. Sie sagt: ‚Trance ist gesund!’ und das ist mittlerweile auch wissenschaftlich bewiesen. In ihrem Buch ‚Trance - der uralte Weg zum religiösen Erleben’ schreibt sie, daß bei nichtwestlichen Religions-gemeinschaften die Auffassung herrscht, daß derjenige, der keine religiöse Trance erleben kann, krank sei oder zumindest zu den Behinderten zu zählen sei. Tja ...
In unserer ‚Kultur’ hat leider das theoretische ‚Für-wahr-Halten’ (was kirchliche Autorität verkündet) das unmittelbare (eigene!) sinnliche religiöse Erleben verdrängt. Und damit haben wir Menschen uns letztlich vom ‚Großen Geist’ abgespalten - zumindest was das Spüren ‚im eigenen Leib’ betrifft. Trance ergänzt jede Art von Religionsausübung auf SINNvolle Weise, weil sie uns direkt mit dem Göttlichen in uns und um uns herum verbindet - unabhängig von Glaubens-Systemen und unabhängig von solchen Autoritätspersonen, die sich zwischen uns und den großen Geist stellen wollen, weil sie sich erhaben dünken über die Natur.
Trance liegt nämlich tatsächlich in unserer Natur: Wir haben die Fähigkeit zur Trance von den Jägern und Sammlern vererbt bekommen, die sich noch eins mit der Natur fühlten und z.B. sogar via Trance mit ihren Jagd-Tieren ko-operierten.
Kein Wunder, daß heutzutage so viele Menschen - besonders Jugendliche - in einem SUCHtgift das SUCHen, was uns eigentlich im Blut liegt. Felicitas D. Goodman bewies mit Jugendlichen, daß Drogen durch Trance über-flüssig werden.
Ja, ich weiß, daß man auch Arzneien als Drogen bezeichnet und meine durchaus, daß auch diese mit Hilfe von Trance überflüssig werden können, wobei Drogen in kleinen Mengen auch von Schamanen benutzt werden, um veränderte Bewusst-SEINSzustände heberizuführen. Meiner Meinung nach erhält man jedoch klareren Zugang ohne ‚Dope’ - habe den Unterschied aber nie selber ausprobiert.
Damit wir uns sicher im Reich des Neptun bewegen können, brauchen wir ein gutes ‚Vehikel’, sprich klare Grenzen, Definitionen, Rituale. Jeder Schamane hat sein ‚eigenes’ überliefertes Ritual, zu dem auch Tänze und Gesänge, Masken und Verkleidungen gehören können, die böse Dämonen abschrecken und den Schamanen auf seinen Reisen schützen bzw. den staunenden Zuschauern zeigen, was er alles konfrontiert.
Felicitas D. Goodman hat ein uraltes Ritual wieder entdeckt, das sogar der moderne Großstädter von heute ohne größeren Aufwand nutzen kann, um diese ‚archaische Exstasetechnik’ selbst zu erleben: Sie kam nämlich auf die Idee, ihre Probanden bestimmte Körperhaltungen einnehmen zu lassen (und zwar alle die gleiche), während sie rasselte. Sie experimentierte insbesondere mit den Haltungen, die man bei uralten Figurinen sieht, die Archäologen rund um den Globus fanden und die auffallende Ähnlichkeit aufweisen; ja sogar die Haltung einer menschlichen Figur, die auf den Höhlenzeichnungen in Lascaux dargestellt ist (15.000 v.u.Ztr.), erwies sich als Trancehaltung. Felicitas konnte nachweisen, daß alle Teilnehmenden dann von ähnlichen Begegnungen oder Erlebnissen während ihrer ‚Reise’ berichteten.
So kristallisierte sich heraus, welche Haltungen für Seelenreisen (in die Ober-, Mittel- und Unterwelt), für das Heilen, das Wahrsagen, die Metamorphose etc besonders geeignet sind und Felicitas D. Goodman bezeichnet sie folglich als das Ritual, das uns den gezielten Zugang zur anderen Welt ermöglicht und das bereits vor über 7.000 Jahren auf der ganzen Welt in Verbindung mit religiöser Trance benutzt wurde. Mittlerweile gibt es ein Institut in Deutschland, das 'Trance nach Felicitas Goodman' als geschützten Begriff eintragen hat lassen und allen, die nicht dort ihre Ausbildung machten, verbietet, ihre Arbeit so zu nennen. Sie werden bei mir also andere Formen der Meditation und Trance angeboten bekommen. Dennoch empfehle ich die Bücher von Frau Goodman, genauso wie das Buch der Eheleute Bongartz 'Hypnose - Wie sie wirkt und wem sie hilft'. Hypnose ist der durch eine andere Person (Hypnotiseur / Therapeut) induzierte Trance-Zustand. Bei mir können Sie lernen, sich SELBST in einen entsprechenden Zustand zu versetzen, der Ihnen einen sicheren Zugang zur geistigen Welt / den 'guten Geistern' ermöglicht.
Letztlich geht es darum, sich wieder so EINS mit der göttlichen Natur zu FÜHLEN, daß man im ‚täglichen Leben’ automatisch das Richtige tut, um wieder in Einklang mit ihr zu kommen. Wer eine Frage oder ein Anliegen an ‚das Universum’ hat, kann das natürlich mitnehmen in die Trance und bekommt seelengerechte Hilfestellung.
Körperliche Veränderungen im Trance-Zustand: Der Gehalt von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol im Blutserum nimmt ab, ebenso der Blutdruck, während der Puls steigt. Schulmediziner würden das als ‚lebensbedrohliche Krise’ diagnostizieren, aber weil in der Trance Beta-Endorphin vom Gehirn ausgeschüttet wird, erleben wir eine solche Euphorie, dass uns deren Meinung ziemlich ‚Wurscht’ ist. Die Hirnstromvorgänge während der Trance zeigen Erregung - im EEG Theta-Wellen - genau wie beim Einschlafen - und genau wie beim Einschlafen geht es darum, das Wach-Bewußtsein loszulassen und sich den ‚Träumen’ hinzugeben. Die Hirnstromwellen bei der ZEN-Meditation zeigen hingegen Ruhigstellung, so dass Menschen, die ZEN-Meditation praktizieren, Schwierigkeiten haben können, in Trance zu kommen. Wer sich kindlich-neugierig ohne Erwartungshaltung auf ein Trance-Erlebnis einlässt, wird die schönsten Resultate erzielen. - Psst! Es kann übrigens auch durchaus erotisch werden!
Und was ist, wenn man nix sieht, nix hört, nix spürt, sich die Wadeln verkrampfen und einem die Stimme / die Trommel mit der Zeit auf den Keks geht? Indianisch leise rausschleichen und vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt noch mal probieren!
Nur einmal erlebte ich in England, dass jemand beim Klang der Trommel beinahe umkippte und den Raum verlassen musste. Diese Frau war ein Tief-Trance-Medium, die sich ohne jede Induktion von außen selbst in tiefste Trance versetzen kann, so daß rhythmische Induktion für sie viel zu heftig ist. Wer sich deutlich unwohl fühlt oder das Ganze eh für einen Schmarrn hält, sollte nicht mitmachen bzw. gleich hinausgehen OHNE andere Personen, die in Trance sind, zu berühren! Ein gewisses ‚Lampenfieber’ hingegen ist ganz normal und führt auf prickelnde Weise in neue Welten.
Aus meiner persönlichen Erfahrung noch ein Bericht, der Gelassenheit empfiehlt:
Bei der zweiten Trance, die ich mitmachen durfte, schloß ich die Augen, die Rassel setzte ein und sofort kam eine riesige Schlange (!!! huääääh!!!) auf mich zu und verschluckte mich! Ich konnte nicht anders, ich öffnete ein Auge einen Spalt weit, sah die Rasslerin (Goodman-Schülerin, die Filme darüber drehte und selbst Maskentänze veranstaltete) und ihr behagliches Wohnzimmer um mich und schloß mein Auge beruhigt wieder. Belohnt wurde ich mit wunderschönen Tanz-Szenen. Als die Rassel nach einer Viertelstunde verstummte, ‚tauchte’ ich erfrischt wieder auf und tanzte zu Hause gleich weiter …
Später las ich dann, daß das für Schamanen ganz ‚normal’ sei, von der Riesen-Schlange geschluckt zu werden (oder sich selbst in eine gefiederte Schlange oder ein anderes Tier zu verwandeln) - auch kann es vorkommen, dass man im Trance-Erleben völlig zerstückelt wird, um dann von den Geistern wieder neu zusammengesetzt wie Phönix aus der Asche geheilt der Trance zu entsteigen.
Wer also sicherheitshalber lieber ein Krafttier auf dieser Reise dabei hätte, kann sich gerne vor der Trance eins bei mir ziehen oder testen lassen oder sich inzwischen schon mit einem anfreunden, das freiwillig im Traum erscheint … vielleicht taucht ja auch eins in der Trance auf. Meine eigenen Krafttier-Erlebnisse mit Hinweisen zur praktischen Anwendung habe ich auch meiner Homepage angehängt.
Vor einer gemeinsamen schamanischen Trance erfolgt eine Einstimmung mit einem kleinen Ritual, in dem die guten Geister eingeladen und gebeten werden, uns zu helfen und je gehobener und feierlicher unsere Stimmung ist, desto besser werden sie uns geleiten.
Und für all diejenigen, die sich fragen, welchen Schutz wir gegen etwaige ‚böse Geister’ mitnehmen, aus den ‚Karten der Kraft’ von Jamie Sams und David Carson die Geschichte des Rehs:
Reh
-------------- FREUNDLICHKEIT --------------
Eines Tages hörte das Reh wie der Große Geist es von der Spitze des Heiligen Berges rief. Das Reh machte sich sogleich auf den Weg. Es hatte keine Ahnung, daß ein schrecklicher Dämon den Weg zur Wohnung des Großen Geistes bewachte.
Der Dämon versuchte, alle Lebewesen von der Verbindung mit dem Großen Geist fernzuhalten. Er versuchte, ihnen das Gefühl zu geben, daß der Große Geist, ihr Schöpfer nicht gestört werden wollte. Dadurch konnte der Dämon sich mächtig fühlen und die Geschöpfe mussten ihn fürchten.
Das Reh hatte überhaupt keine Angst, als es sich dem Dämon näherte. Das war sehr merkwürdig, denn der Dämon war das Urbild aller hässlichen Schreckgestalten, die es jemals gegeben hatte. Der Dämon schnaubte Feuer und Rauch und brachte ekelhafte Geräusche hervor, um das Reh zu erschrecken. Jedes gewöhnliche Lebewesen hätte die Flucht ergriffen oder wäre vor Schreck auf der Stelle gestorben.
Aber das Reh sagte zum Dämon: „Bitte laß mich vorbei,
denn ich bin auf dem Weg zum Großen Geist.“
Des Reh’s Augen waren voller Mitleid für diesen prahlerischen Dicksack von einem Dämon. Der Dämon war sehr erstaunt, daß das Reh sich nicht fürchtete, und wie sehr er sich auch abmühte, er konnte das Reh nicht erschrecken, denn dessen Liebe hatte bereits sein verhärtetes hässliches Herz ergriffen. Zu seinem Entsetzen begann sein steinhartes Herz zu schmelzen und sein Körper wurde so klein wie eine Walnuß.
Des Reh’s beharrliche Liebe und Freundlichkeit hatten den Dämon zusammengeschmolzen. Durch diese Freundlichkeit und Anteilnahme, die das Reh verkörpert, ist der Weg zum Großen Geist jetzt für alle seine Kinder frei, ohne daß sie fürchten müssten, daß irgendwelche Dämonen sich ihnen in den Weg stellen.
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