Gedanken & Informationen
zum Thema Sucht & Abhängigkeit
Das Wort 'Sucht' kommt
von 'siech' (englisch 'sick') = krank
'Siechen' wurde in der Gotischen Sprache in der Gegenwartsform benutzt,
also beschreibt es einen momentanen Zustand (= veränderlich!).
Auffallend ist die Ähnlichkeit mit dem Wort 'Suche'.
Mein etymologisches Wörterbuch nennt dazu u.a. die Bedeutung streiten und führen (VERführen!).
In den Alltag übersetzt: Der Menschen lässt sich auf der Suche nach leckerer Beute von verführerischem Duft (nicht greifbar!) leiten. Auf dem Weg zum Ursprung des Duftes begegnet man Versuchungen, man steckt andere mit seiner Begierde an (Seuche) und schließlich muss man sich womöglich um die Beute streiten.
Hat er Glück, findet der Mensch am Ende etwas, das seinen Hunger und Durst stillt, dann fühlt er sich ganz (das Loch im Magen ist gefüllt), er ist zufrieden, gestärkt und gesund - (= 'stark und mächtig') - im Engl. 'sound' = sowohl 'gesund' als auch 'Klang' = in Übereinstimmung mit sich und seiner Welt, bereit für neue Taten.
Hat man sich aber zu etwas verführen lassen, was nicht wirklich gut tut, dann stehen am Ende Erschöpfung und Krankheit (Siechtum). Man ist abhängig von einem Sucht-mittel und hat aufgehört, nach der richtigen Quelle zu suchen. Wer diese (Sucht-)Krankheit als Herausforderung annimmt, seine Taktik überdenkt und von NEUEM weitermacht, wird irgendwann zur der Quelle kommen, die seinen Durst stillt:
Letztlich geht es immer um die Quelle, aus der die Lebensenergie sprudelt.
Thomas Schäfer, ein Experte für Familienaufstellungen und 'Energiefluss innerhalb von Familien' schreibt im (Taschen-)Buch 'Was die Seele krank macht und was sie heilt' (ISBN 3-426-76167-X) zum Thema 'Alkohol- und Drogensucht':
'Alkohol- oder Drogensucht ist häufig die Folge eines Nichtnehmens des Vaters. Jemand wird süchtig, wenn die Mutter sagt: "Was vom Vater kommt, taugt nichts. Nimm nur von mir!" Hinter einer solchen Haltung der Frau steckt ihre Verachtung des Mannes. Ob 'zu Recht' oder nicht, ist unerheblich - die Folgen trägt das Kind: Das Kind ist nämlich beiden Elternteilen treu. Für die Herabsetzung des Vaters rächt es sich an der Mutter und nimmt so viel von ihr, dass es ihm schadet. Oder es weigert sich, überhaupt zu nehmen - nicht nur von den Eltern sondern 'im Leben' (z.B. in Form von Eß- und Brechsucht.)
Zum Thema 'vom Vater nehmen' möchte ich ergänzen: Manche Kinder können den Vater 'nicht haben', weil er gar nicht da ist (Krankheit, Tod, Scheidung, Gefängnis etc), aber wenn die Liebe richtig vermittelt wird und eine andere positive 'Vaterfigur' (z.B. der Opa) da ist, ist Sucht meist kein Thema. Andere Kinder haben einen Vater, der seinerseits schon Probleme mit seinem Vater hatte und daher keine positive väterliche Energie weitergeben kann; wieder andere Kinder 'dürfen' nicht vom Vater nehmen, weil die Mutter ihn 'schlecht macht' (z.B. wenn der Vater Alkoholiker ist und die Mutter Angst hat, die Kinder könnten das auch werden oder den Kindern verbietet, den Papa lieb zu haben, weil sie eifersüchtig ist). Frauen, die vom Vater sexuell missbraucht wurden, können seine väterliche Liebe nach meiner Beobachtung erst dann annehmen, wenn sie ihm seine Schuld = Verantwortung z.B. in einem Ritual (am besten in einer Gruppe mit Therapeut) zurückgegeben haben. In einer konkreten Aufstellung bei einem guten und verantwortungsbewussten Therapeuten zeigt sich, was da im Einzelfall in Ordnung gebracht werden will, damit Liebe geFUNDEN und gelebt werden kann.
'Was uns vertraut ist, dem vertrauen wir', deswegen mache ich hier darauf aufmerksam, dass uns ausgerechnet der Therapeut, der uns an die Autoritätspersonen unserer Kindheit erinnert, vertrauenswürdig erscheint, aber genau deswegen auch am wenigsten geeignet sein kann, aus gewohnten Mustern herauszufinden. Es empfiehlt sich, das bei der Wahl zu beachten und nicht nur 'den Bauch', sondern auch 'den Kopf' einzuschalten!
Eine weitere Sicht- und
Umgehensweise zum Thema 'Sucht' habe ich im Rahmen des
'One-Brain-Systems' von Gordon Stokes und
Daniel Whiteside ('Three-in-One') gelernt:
Mit dem Wort 'Abhängigkeit' assoziiere ich: Ab-hängen statt selbst stehen.
Selbständig = verstehen UND 'auf eigenen Beinen stehen'.
Eigenverantwortlich = seine eigenen Antworten auf die Fragen des Lebens finden
- Jede Sucht basiertauf einer Angst ('Phobie') aus der Vergangenheit,
die verdrängt wird, weil man nicht weiß, wie man sonst damit umgehen soll. - Sucht bedeutet, dass
man verSUCHT, in der Gegenwart eine gute Zeit zu haben,
ohne an das Gestern oder das Morgen zu denken = keine Verantwortung! - Eine Sucht führt
letztlich zu einer 'Besessenheit'
oder 'BeGIERde',
die in der Zukunft liegt, also unerreichbar ist, weil man so im Ganzen gefangen ist,
dass man das, was man sich wünscht, nie erREICHen kann:
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Alkoholsucht: Der Alkohol zerstört letztlich die Leber - das Organ, das nach der Traditionellen Chinesischen Medizin für das Glücklichsein zuständig ist und im französischen (le foie) genauso klingt wie das Wort für 'Glaube' und (Gott-)Vertrauen (la foi). So macht es sich der Alkohol-Kranke unmöglich, das zu erreichen, nach dem er eigentlich SUCHT (Glück und Geborgenheit) - ganz nach dem Motto aus dem Lied von Bert Brecht 'Der Mensch rennt nach dem Glück, das Glück rennt hinterher.'
Bei einem Einzelcoaching
nach dem One-Brain-System wird also
per sanftem Muskeltest
und systematischer Abfrage
- die Angst
identifiziert und gelöst, die einer Sucht zugrunde liegt,
- die Sucht und
ihre Auswirkungen werden klar benannt = BEWUSST gemacht
- und die vermeintlichen
und wahren Ziele werden voneinander abgegrenzt
(BeGIERden wie 'viel Geld' , 'viel Macht' oder 'viel Sex' gegen echte
HERZenswünsche)
und die Verwirklichung
der letzteren mit allen Sinnen in der Vorstellung 'durchlebt'.
Dann wird nach einem vorgegebenen Schema das 'zwanghafte Verhalten' de-fusioniert = die Nervenbahnen, die irgendwann unter der großen emotionalen Hitze von Angst und Schmerz 'verschmolzen sind', werden 'neu programmiert', damit das selbst-zerstörerische Verhalten beendet und der Weg zum wahren Ziel (persönliche Vorstellung und Wahrnehmung von wahrem Glück und 'Gottvertrauen') frei wird.
Mit dem 'One-Brain-System' kann JEDE Sucht bzw Abhängigkeit 'bearbeitet' werden - von Spielsucht, Sex-Sucht, Vergnügungssucht und Workaholismus über Abhängigkeit von Personen oder Gewohnheiten ('zwanghaftes Verhalten') bis zur (Todes-)Sehn-SUCHT und 'EiferSUCHT (eine Leidenschaft, die mit Eifer SUCHT, was Leiden schafft). So wird die Energie auf geistiger Ebene in die richtigen Bahnen gelenkt, damit man den richtigen Therapeuten / die richtige (Verhaltens-)Therapie / die beste körperliche Unterstützung findet.
wenn der Süchtige SELBST die Sucht / Abhängigkeit beenden WILL
und bereit ist, das dafür Notwendige zu TUN!
Ich war selbst vom 15. bis zum 35. Lebensjahr abhängig von Zigaretten: In jedem Zimmer hatte ich einen Aschenbecher, eine Schachtel Zigaretten und ein Feuerzug und wenn am Samstag die letzte STANGE angebrochen wurde, MUSSTE ich noch schnell eine neue kaufen (!!!) Das ist wahre SUCHT! Ich weiß also, von was ich rede. Ich war auch noch voll überzeugt davon, dass mir das gut tut! Diese Entspannung beim ersten Zug jeder Zigarette - Aaaaah! Erst der berühmte Schauspieler Georg Thomalla brachte mich ins Grübeln: Er sprach mich in der Pause im Circus Krone in München an und sagte sowas wie: "So eine hübsche junge Dame und so eine häßliche Angewohnheit!" Das saß! Aber ich fühlte mich zu schwach, um der Zigarette zu entsagen und klopfte weiter dumme Sprüche wie 'Geräuchertes Fleisch hält länger!" ... aber mit schlechtem Gewissen. Ich bin Herrn Thomalla heute noch dankbar, dass er diesen 'Giftpfeil' so liebevoll und gekonnt auf mich losgelassen hat! Als ich dann in einem Kurs 9 Dinge aufschreiben sollte, die ich beenden wollte, schrieb ich tatsächlich das Rauchen hin und dachte bei mir: Aber da müsste schon jemand kommen, der mir hilft! Und tatsächlich sprach mich wenig später ein Klient an: "Du hast wohl auch so viel gute Energie, dass Du nicht weißt, wohin damit und deswegen rauchst Du!" Aha! Der ZWEITE, der nicht die olle Kamelle lutschte von wegen 'Wissen Sie nicht, dass Ihnen das schadet'! Dieser Klient ließ mich spüren, was ich da mit meiner Lunge mache, setzte mir einen tatsächlich erreichbaren (aber verdrängten) Herzenswunsch vor die Nase und noch am selben Abend holte ich meinen Plattenspieler aus dem Keller, die Schallplatten aus dem Speicher, legte das Klarinettenkonzert von Mozart - gespielt von Benny Goodman - auf und ... hörte mit dem Rauchen auf. Und wann immer ich die Lust verspürte, mir 'eine' anzuzünden, hörte ich statt dessen ein 'Gsatzl' Musik (2-3 Minuten) und der Drang war weg und blieb nach ein paar Wochen auch ganz weg. Heute - fast 20 Jahre später - laufe ich immer noch müheloser eine Treppe hoch als mit 25 als Raucherin!
ABER DAS AUFHÖREN GELANG ERST, ALS ICH ES SELBER WOLLTE!
... DANN bekam ich auch die nötige Hilfe !
Allerdings musste ich auch sehr schnell feststellen, dass sich Beziehungen zu anderen Menschen schlagartig veränderten: Alle(!) anderen, die noch rauchten, waren plötzlich ganz böse zu mir! Erst später kapierte ich, dass ich sie durch mein Aufhören mit ihrer eigenen Abhängigkeit konfrontiert hatte. So eine unangenehme Erkenntnis kann man verdrängen, indem man denjenigen aus seinem Leben ekelt, der einem gemeinerweise vorgemacht hat, dass Aufhören möglich ist. Mein Glück! So einfach wird man gleich in mehreren Lebensbereichen UN-ABHÄNGIG! Dafür tauchten bald Menschen in meinem Leben auf, die selbständiger und eigenverantwortlicher lebten als ich das bis dato kannte und die mir nicht ständig 'am Schürzenzipfel hingen'. Interessant!
Wer eine gesunde Liebe zu sich selbst lebt und anderen Liebe schenken will, der bringt den Mut und die Kraft auf, sich gegen das Suchtverhalten anderer abzugrenzen. ALLE Ex-Alkoholiker, mit denen ich bisher sprach, sagten: "Man muss erst in der Gosse landen - auch der letzte Freund muss sich noch distanzieren - bevor man bereit ist zum Entzug!" UND: "Wer einen Alkoholiker wirklich liebt, setzt ihm spürbare Grenzen, damit er erkennt, dass er auf dem 'falschen Dampfer' ist!" Familienangehörige und Freunde von Suchtkranken tun das häufig nicht ... wohl aus (unbewusster) Angst vor Liebes-Entzug. Doch was für eine Art 'Liebe' ist das, wenn Betrunkene Partner und Kinder schlagen? Was für eine 'Liebe' ist das, sich mißhandeln und ausnutzen zu lassen? Wer Sucht bei anderen zulässt, ist 'co-abhängig' und das ist genauso eine Sucht wie die Alkohol- oder Drogen- oder Arbeits- oder Sex-sucht des Familienangehörigen oder Freundes, den man gewähren lässt! Im Telefonbuch einer jeden größeren Stadt kann man Al-Anon-Gruppen finden, die die 'Angehörigen-Sektion' der AA (Anonymen Alkoholiker) sind und bei Bedarf hier helfen.
Weil die Angst so
eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Sucht
spielt, soll hier der Schriftsteller Michael Ende genannt
werden, der ihr einen Namen gegeben und die Augsburger
Puppenkiste eine unvergessliche Figur daraus gemacht hat: Den
Herrn Turtur. Sie erinnern sich? Auf ihrer abenteuerlichen Reise in
die Drachenstadt, wo sie die Prinzessin Li Si befreien wollen, landen
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer in der Wüste.
Plötzlich steht ein Riese vor ihnen und schlotternd vor Angst
verstecken sich die beiden hinter der Lokomotive Emma. Dann hören
sie ein Stimm'chen', das ihnen verSICHERt, dass keine Gefahr droht
und das sie herzlich einlädt und je näher der Riese kommt,
desto kleiner wird er und stellt sich schließlich als guter
Freund heraus, der sogar Leben rettet, indem er die beiden in der
Wüste bewirtet und am Ende der Geschichte zum LEUCHT-turm für
die Insel Lummerland wird! Angst ist für mich genau so
ein 'Scheinriese' wie der Herr Turtur - je weiter wir
sie wegschieben, desto bedrohlicher wirkt sie und je näher wir
sie heranlassen, desto mehr wird sie uns unterstützen und
SCHÜTZEN - und so wird sie letztlich
gar zu unserer ErLEUCHTung dienen - ganz nach dem altbekannten Motto 'Angst ist ein
schlechter Herr, aber ein guter Diener'!
Von unserem GLAUBEN an ABHÄNGIGKEIT:
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Unser Glaube, wir bräuchten eine DROGE, um die 'Welt des Geistes' zu erleben: Spirituosen statt spirit, 'Medizinal-Drogen', die Droge 'Bildschirm' u.s.w.
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Unser Glaube, nur ein anderer (Guru, Priester, Channel-Medium, Voodoo-Magier oder TV-Astrologe) hätte diesen Zugang und wir müssten für wahr nehmen, was dieser uns von Gott, Engeln, aufgestiegenen Meistern und sonstigen geistigen Autoritäten sagt. (GUTE Priester / spirituelle Medien lassen es uns SELBST mit Kopf (Verstand), Bauch (Gefühl) und Herz (Seele) nachvollziehen UND SPÜREN = unsere eigene WAHRnehmung ist beteiligt - dann FINDEN wir UNS !
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Unser Glaube, unser Glück hinge von der 'Liebe' ganz bestimmter anderer Menschen ab - sei das die Familie, der Partner, der Chef, 'das Publikum' u.s.w.
Wenn ich weiß, wie
ich un-abhängig von äußeren Faktoren Glück
und Vertrauen in mich selbst und in das 'Große Ganze' empfinden kann, habe ich
es nicht nötig, andere Menschen in ihrer Sucht / Abhängigkeit
festzuhalten oder gar anderen Menschen Angst zu MACHen ... zum
Beispiel Angst vor der Hölle, um Ablass-Zahlungen zu erpressen
(was Luther zu Recht als Paradoxon und Macht-Missbrauch anprangerte,
dass ausgerechnet diejenigen, die die Menschen auf dem geistigen Weg
führen sollten, selbst das schlechteste Beispiel abgaben). Sie glauben, das war mal, lang, lang ist's her? Irrtum: Modernen Ablaßhandel gibt's 'gleich um die Ecke': 'Du gibst mir Deine Moneten und ich verspreche Dir dafür, dass Du irgendwann in unsere hoch spirituellen Kreise aufgenommen wirst. Und mit uns ins Paradies reisen darfst. Irgendwann. Vielleicht. Wenn Du so weit bist. Aber erst her mit der Kohle!'
(Womit wieder der Zusammenhang Angst-Abhängigkeit-Besessenheit bestätigt wäre!)
Grenzenlose Liebe schafft ZuFRIEDENheit unter allen Wesen.
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