Feen-Witze
Ein altes Weiblein sammelt im Wald Reisig. Plötzlich steht - pling! - eine wunderschöne Fee vor ihr und sagt: "Du warst immer brav und fleissig und darum hast Du auch drei Wünsche frei!" Das alte Weiblein weiß vor lauter Freude erst gar nicht, was sie sich wünschen soll, aber schließlich entscheidet sie sich doch: "Es wird immer mühsamer, genug zu Essen zu finden. Wenn das Reisig, das ich heute schon gesammelt habe, aus purem Gold wäre, dann hätte ich ausgesorgt für den Rest meines Lebens!" - "Sobald du zu Hause bist, wird dein Wunsch dir gewährt!" sagt die Fee. Das alte Weiblein packt den Korb und will damit nach Hause eilen, doch die Fee erinnert sie: "Halt! Du hast noch zwei Wünsche frei! Ein zweites Mal komme ich nicht!"
"Ach, Fee", sagt das alte Weiblein, "mir tun oft die Knochen so weh und mal zwickt's da und dann ziept's dort - da denke ich dann zurück, wie gerne ich früher getanzt habe, was ich alles noch essen und trinken konnte, als ich noch 20 war und ich war auch das hübscheste Mädchen weit und breit - sag', Fee, könnte ich wieder 20 sein und jung und xund?" - "Wenn Du zu Hause bist, wirst Du's spüren!" - und wieder wendet sich das Weiblein eifrig dem Heimweg zu.
Doch die Fee erinnert sie an den dritten und letzten Wunsch und fügt hinzu: "Überlege gut!"
Das alte Weiblein ist sich sicher: "Alle meine Freundinnen sind schon tot, die Kinder weit weg, der einzige Lebensgefährte, der mir noch geblieben ist, ist mein alter Kater. Der sitzt immer auf meinem Schoß und schnurrt, wenn ich ihn streichle. Und wenn schon du eine Fee bist, dann ist das doch wie im Märchen, und dann würde ich mir wünschen, dass mein Kater sich in einen schönen jungen Prinzen verwandelt. Geht das, Fee?" - "Geh nur heim, dann wirst Du schon sehen!" kichert die und - pling - weg ist sie.
Das alte Weiblein packt seinen Korb und rennt fast heim - so schnell sie eben kann. Und kaum steht sie in ihrer Stube, wird der Korb so schwer, dass sie ihn nicht mehr halten kann und - siehe da - das ganze Reisig ist zu Gold geworden!
Und schon knackt's in ihren Knochen und die Muskeln strecken sich und dehnen sich und sie richtet sich auf, fühlt sich jung und xund und sieht in ihrem kleinen Spiegel, dass sie wieder genauso hübsch ist wie damals, mit 20! Und schon steht der alte Kater von der Ofenbank auf, springt hinunter, wird immer größer, richtet sich auf zwei Beine auf, und - schwupps - steht als stattlicher junger Mann vor ihr!
Und just in dem Augenblick, in dem sie einen Schritt auf ihn zumacht, weil sie ihn herzen und küssen will, verschränkt der die Arme vor der Brust und meint: "Gell, jetzt tut's dir Leid, dass du mich damals kastrieren hast lassen!"
Während des Weihnachtsmarktes wurde auf unserem Rathausplatz eine Frau verhaftet, die ein Mittel verkaufte, das angeblich unsterblich macht. Sie ist eine Wiederholungstäterin: Wegen des gleichen Delikts verbüßte sie bereits zu Ostern 1295 und an Pfingsten 1786 eine Haftstrafe!
Und zum Schluss der Allerbeste: TOM – mein absoluter Lieblings-Zeichner, der auch das bewegendste menschliche Drama mit unendlicher Weisheit und köstlichem Witz in nur drei winzigen Bildchen auf den Punkt bringt - hier - ganz zeitgemäß - die gute Fee, die genau einen Wunsch erfüllt (oder muss es heißen 'einen Wunsch genau' erfüllt?):

TOM zeichnet für die TAZ, ‚erscheint’ im Achterbahn-Verlag www.achterbahn.de und hat schon über 5000 dieser www.witzbildchen veröffentlicht. Dieses stammt z.B. aus dem Band TOM 3000 TOUCHÉ N° 2501 bis 3000 - ISBN 3-89982-236-6 für 10,- € (Stand 2009).
Wozu noch lange andere Mitbringsel suchen?
© 2008 by Veronika M Ziegler (FeeRonica.com) fon 09122 60 80 40